„JUNGES ENGAGEMENT“ – PILOTPROJEKT DER SPORTJUGEND

Neben „jungem Engagement“ war vor allem viel von selbigen erforderlich. Denn ein volles Programm und ein straffer Zeitplan forderten sowohl Teilnehmern wie auch Referenten viel ab. Als Pilotprojekt war die Zusammenstellung von Themen, Inhalten und Teilnehmern einmalig. Grundthema war „Engagemententwicklung“. Junge Menschen sollen sich aktiv ins Verbandsleben einbringen – nicht nur als Konsumenten. Gerade die kleinen Landesverbände merken schnell, wenn es personell dünn wird. Vielfach wird geklagt, dass nicht genügend Nachwuchs nachkommt – das ist insbesondere auch im Kampfrichterbereich so. Umso wichtiger daher zu zeigen, dass Engagement sich lohnt, Spaß macht, Anerkennung erfährt und recht vielfältig sein kann.

DCP_6921aDas gemeinsame Projekt verschiedener  Landesverbände hatte zwei Schwerpunktbereich: einer war die Jugendleiter/Jugendtrainer Weiterbildung im Bereich „Engagemententwicklung und Inklusion“. Dieser wurde Samstag und Sonntag von Muhammed Kocer referiert. Obwohl es sich sehr theoretisch anhört, wurde hier vor allem praktisch gearbeitet. Alle waren trotz der späten Stunde mit viel Enthusiasmus dabei – es hat sichtlich Spaß gemacht. Darüber hinaus beschäftigte sich man auch mit Vereins- und Integrationsfragen.

Der andere Schwerpunktbereich war die Aus-und Weiterbildung von jungen Kampfrichtern der teilnehmenden Ländern, hier eine besonderen personellen Schwachstelle. Aufgrund der Größe, ist es oft notwendig Ressourcen zu bündeln, um manche Bereiche ausreichend besetzten zu können. Die tatsächlich umfassende breite Basisausbildung der Kampfrichter in allen KR-Bereichen ist leider nicht immer gegeben, was Lücken hinterlässt, die auch bei höheren Lizenzstufen noch erkennbar sind. Die Ausbildung war daher so angelegt, dass sie die Einsatzpraxis und insbesondere alle praxisrelevanten Teilbereiche klar zum Fokus hatte. Neben vielfachen Gestik-Training in der Halle bzw. später direkt auf der Fläche, auch die Ausbildung als Operator am DaedoSystem, als TA oder amDSC_6790 Videoreplay. Für letzteres wurde analog zu einigen G1-Turnieren ein netzwerkbasierendes Doppel-Kamerasystem verwendet, welches nicht die unvermeidbaren optischen bzw. übertragungstechnischen Nachteile der bisher verwendeten Tablet- oder Webcam-Systeme aufweist. Grundlage für die Theorie-Ausbildung bildete die neue 60seitige Kommentierung der aktuellen Wettkampfordnung, an deren Erstellung fast zwei Jahre gearbeitet wurde. Sie kommentiert mittels Farbcode, die aktuellen Wettkampfregeln/WTF-Rules in Anwendung, Interpretation und praktischer Auslegung. Neben verschiedenen Grafiken und Anlagen, demonstriert eine Fotoserie zudem jede Gestik im Detail, ebenfalls mit Kommentierung.

Begann die Ausbildung mit einem schriftlichen Einstiegstest (eine innig vertraute WOT war quasi Grundvoraussetzung), endete sie mit eine 45minütige schriftliche Prüfung sowie die praktische Prüfung (im Rotationsverfahren) aller Teilbereiche auf der Fläche. Das Prüfungsturnier wird am 18.04. in Erfurt/Thüringen stattfinden (mit Coaching und Bewertung).Probl.d.LV_web

Allen am Pilotprojekt beteiligten Landesverbänden (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen) sowie den anwesenden Kampfrichterreferenten und Landespräsidenten ein herzliches Dankeschön für die gute reibungslose Zusammenarbeit – hat echt Spaß gemacht. Besonderer Dank an die TUBW, speziell Rudi Krupka für die Zurverfügungstellung des Systems.

Fazit: War wirklich gut, wenn auch für alle sehr anstrengend – nahezu sicher wird es 2016 eine gemeinsame Forstsetzung in ganz ähnlichem Setting und offenem Teilnehmerkreis geben.